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Bioinformatik


 

Sara Jun Lin

  • Geboren 1965
  • 1983 Abitur
  • 1983 – 1984 Vorpraktikum im Organisations- und Rechenzentrum des Klinikums Berlin Buch
  • 1984 – 1989 Studium und Diplom in Informatik an der TU Dresden
  • 1989 – 1990 Mutterschutz
  • 1990 – 1991 Forschungsaufenthalt am Institut für Datenbanken und Künstliche Intelligenz, TU Dresden
  • 1991 – 1994 Softwareentwicklerin bei der Firma IBD (Informationstechnologie- Baubetriebssoftware- Datenverarbeitung) in Karlsruhe und Dresden
  • seit 1994 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Mathematik und Informatik in der Arbeitsgruppe für Künstliche Intelligenz Universität Bremen
  • 2000 Promotion auf dem Gebiet der Bioinformatik

Bioinformatik ist eine ziemlich junge Disziplin, die aus der Verbindung von Informatik mit Biologie entstand, wobei beides gemeint sein kann:

  • 2000 Probleme aus der Biologie + Methoden aus der Informatik;
  • 2001 Probleme aus der Informatik + Methoden aus der Biologie.


Der überwiegende Teil der Arbeiten in der Bioinformatik fällt unter die erste Kategorie, d.h. es werden Algorithmen, Methoden sowie Softwarewerkzeuge entwickelt, die für die Beantwortung biologischer Fragestellungen benötigt werden. Dieses Feld ist breit gefächert und reicht von der Modellierung und Simulation von Populationen und Ökosystemen, der Epidemiologie bis hin zur Automatisierung und Steuerung biotechnologischer Prozesse.
Den größten Aufschwung hat die Bioinformatik jedoch durch das Human-Genom-Projekt und den sich daraus ergebenden Fragestellungen aus der Molekularbiologie erhalten. So ist moderne Molekularbiologie heute ohne Informatik nicht mehr denkbar, da die riesigen Datenmengen nicht mehr ohne softwaretechnische Unterstützung gespeichert, strukturiert und analysiert werden können.
Hier gibt es viele spannende Anwendungen wie zum Beispiel die Entwicklung neuer Medikamente oder die DNA-basierte Diagnostik in der Medizin, bei der Qualitätskontrolle von Lebensmitteln und der Erfassung der Artenvielfalt, um nur einige wenige zu nennen.
Diese Analysemethoden sind jedoch sehr aufwendig und nehmen viel Zeit in Anspruch, denn dafür müssen neue Analysegeräte mitsamt der dazugehörigen Software entwickelt werden. An solchen Aufgabe arbeiten Menschen aus unterschiedlichen Bereichen wie Biologie, Informatik und Mikrosystemtechnik eng zusammen. Während ein Teil der Forschungsgruppe beispielsweise die Software entwickelt, plant ein anderer Teil die Experimente, die dann gemeinsam ausgewertet werden.
Bisher gibt es in diesem jungen Fach kaum Fachkräfte; jetzt sind die ersten spezialisierten Studiengänge z.B. in Berlin, Bielefeld, München und Tübingen entstanden. Eine Liste aller Studiengänge Bioinformatik ist unter www.bioinformatik.de (dort unter Research and Education) zu finden.
Neugier und Interesse an biologischen Fragestellungen, diese in einem interdisziplinären Team zu analysieren und zu modellieren, sind Voraussetzung für ein erfolgreiches Studium. Beständige Lernbereitschaft und die Freude, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen, gehören ebenso dazu wie das Bedürfnis, bis auf den Grund zu schauen, Prozesse zu verstehen und zu formalisieren von Dingen, die den Menschen täglich umgeben. Hierbei spielt die Fähigkeit, sich mit Fachleuten aus unterschiedlichen Gebieten zu verständigen, eine sehr wichtige Rolle.
Fest steht, dass man Bioinformatik lernen kann und sie zur Zeit auf allen Gebieten eine sehr stürmische und erfolgreiche Entwicklung in Forschung und Industrie durchläuft - ein Grund mehr, dieses Fach jetzt zu studieren.